Bei dem Mineral Achat handelt es sich um eine mikrokristalline Quarzvarietät.
Theophrastos gab dem Achat seinen Namen, da er zuerst im Fluss Achates (heute Drillo, Carabi oder Canitello genannt), Sizilien), in der Nähe des Ortes Acate gefunden wurde. Schon in frühester Zeit hat der Achat hohe Wertschätzung genossen. In der Bibel, im 2. Buch Mose, 28, 17-20, wird das Brustschild des Hohen Priesters, eine mit Edelsteinen besetzte Platte, ausführlich beschrieben. Anfang des 17. Jahrhunderts war die Achatindustrie bereits zu ziemlicher Bedeutung herangewachsen, einen großen Aufschwung aber nahm sie in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert, wo man anfing, Achatwaren zuerst in Silber, dann in vergoldetem Tombak zu fassen. Diese Bijouterie fausse bildete sich namentlich in Oberstein aus und brachte später auch reine Metallwaren auf den Markt. Nach 1813 entdeckte man die Farbenveränderung der Steine durch Brennen, und 1819 brachte ein Idarer Handelsmann das von einem römischen Steinschneider erworbene Geheimnis des Schwarzfärbens in die Heimat. Seitdem entwickelte sich die Färberei des Achats sehr schnell und wurde eine der Hauptursachen des Aufblühens der Achatindustrie, welche nun auch fremdländische Steine, namentlich Achat aus Uruguay, verarbeitete. Seit 1834 kam dies Material nach Idar-Oberstein, und entwickelte die Achatindustrie in nicht gekannter Weise, besonders auch, da die reichlich aus Südamerika eintreffenden Onyxe das Aufblühen der Steinschneidekunst in Paris und Idar veranlassten. Man fertigte hauptsächlich Kameen, auch Intarsien, zum Teil von hohem Kunstwert, und machte mit denselben große Geschäfte.
Durch die hohe Härte und Widerstandsfähigkeit gegen Chemikalien findet er nicht nur als Schmuckstein Verwendung sondern auch in der Technik. Durch Färbung und Zeichnung ausgezeichnete Achate wurden schon von jeher zu geschnittenen Steinen verarbeitet, zu Reibschalen, Glättsteinen, Kameen, Ringsteinen, Agraffen, Armbändern, Rosenkränzen, Stockknöpfen, Messerstielen, Schussern und zu vielen anderen Kleinigkeiten.
Hierbei macht man vielfach Gebrauch von der Möglichkeit, den Achat zu färben. Dieselbe beruht auf der verschiedenen Natur der einzelnen Lagen des Steins, von denen die einen porös genug sind, um Flüssigkeiten aufzusaugen, die anderen nicht. So werden gegenwärtig die meisten Onyxe künstlich bereitet. Der Achat wird in verdünnter Honig- oder Zuckerlösung 2 - 3 Wochen erwärmt, dann aber in konzentrierter Schwefelsäure gekocht. Nachdem er abgetrocknet ist, wird er geschliffen, einen Tag in Öl gelegt und endlich mit Kleie abgewaschen. Die poröse Lage, in welcher der eingedrungene Honig durch die Schwefelsäure verkohlt worden ist, erscheint je nach der Porosität grau, braun oder schwarz, die undurchdringliche weiße, kristalline Schicht noch heller und glänzender, und sind rote Streifen vorhanden, so zeigen sich auch diese in ihrer Färbung erhöht. Durch verschiedene Chemikalien lassen sich beliebige Farben erzeugen, sobald der Achat überhaupt nur Flüssigkeiten aufsaugt. Vor der Verarbeitung wird der Stein oft gebrannt, um seine Farbe zu verändern, und dann noch 1-2 Wochen in Schwefel- oder Salpetersäure gelegt. Das Färben aber wird meist erst an den geschliffenen Steinen vorgenommen, obwohl die Farbe tief in die Steinmasse eindringt und auch auf dem Bruch mehr oder weniger deutlich hervortritt.
Die Struktur der Achate besteht gewöhnlich aus konzentrische oder unregelmäßige Schichten, die einen Hohlraum ausfüllen. Der Achat besteht aus verschiedenen Varietäten von Chalcedon, mikrokristalliner Kieselsäure. Die einzelnen Lagen zeigen gröbere und feinere Strukturen und sind oft äußerst dünn, so dass ein paar Hundert auf 1 mm kommen. Ganz amorphe (wasserhaltige) Kieselsäure kommt in den Achaten jedenfalls sehr selten vor. Die verschiedene Farbe rührt gewöhnlich von Eisen- und Manganverbindungen her, doch sind die Onyxe (schwarz und weiße Lagen) und Sardonyxe (rot und weiße Lagen) meist künstlich gefärbt. Zwischen und über dem Chalcedon finden sich meist drusige Amethystlagen. Sehr häufig umschließt die Mandel einen hohlen Drusenraum, worin noch Bergkristall, Amethyst, Kalkspat, Zeolithe, Hämatit und andere Mineralien zur Ausbildung kommen. Bei Oberstein schmiegen sich alle Chalcedonlagen der äußern Mandelform an, in den brasilischen Mandeln findet sich im Innern meist eine Schicht planparalleler, horizontaler Lagen. Nicht selten werden beim Durchschleifen die Kanäle bloßgelegt, durch welche die innere Masse oder vielmehr die Flüssigkeit, welche sie gelöst enthielt, in den Mandelraum eingedrungen ist. Dieser ist also zuerst gebildet, und von außen nach innen fortschreitend sind die einzelnen Lagen aus wässeriger Lösung abgeschieden, wobei das abgeschiedene Mineral nicht selten der nachdringenden Flüssigkeit den Weg verstopfte und also im Innern ein Hohlraum übrigblieb.Nach dem Zerfall der Matrix, in der die Achate eingebettet waren, sind sie frei und durch ihre siliziumhaltige Natur, die gegen die Tätigkeit der Luft und des Wassers extrem beständig ist, bleiben als Knötchen im Boden und im Kies erhalten, auch wenn sie in Flüssen gerollt werden
Achate bilden sich vor allem in Hohlraumfüllungen von Laven und sind weit verbreitet, aber sie sind auch in Sedimentgesteinen zu finden als so genannte Mikroachate. Der meiste Achate kommt aus so genannten Achatmandeln, die namentlich im Melaphyrgestein gefunden werden. Im eigentlichen Melaphyrmandelstein sind jedoch die Mandelräume keineswegs mit Achat, sondern wie in anderen Mandelsteinen vorzüglich mit Kalkspat, Granerde etc. ausgefüllt. Achatmandeln finden sich gewöhnlich vereinzelt, und nur an gewissen Punkten ist eine Anhäufung derartiger Gebilde zu beobachten. In größerer Menge finden sich dieselben namentlich in den Melaphyrbrüchen bei Oberstein a. d. Nahe, wo früher der meiste Achat gegraben und geschliffen wurde.
Weitere Fundorte von Achaten
Botswana
Böhmen
Brasilien
Idar-Oberstein (fast aufgebraucht)
Sizilien
Uruguay
Monte Tondo bei Vicenza
Schlottwitz in Sachsen
Schöngleina/Thür
Es gibt auch "künstliche Achate", so genannte Achates, buntfarbiges, dem Achat ähnliches Glas. Vor allem die teuren Achatvariäteten, etwa der Onyx, werden gerne durch Färben erzeugt
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